Warum verschwanden in der DDR so viele Verlage?
Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zentral zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 mehr als 200 eine Genehmigung erhalten hatten. Der Verlagshistoriker Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht in seinem Buch der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Wurden sie vom Staat aus politischen Gründen enteignet, steuerrechtlich zum Aufgeben gezwungen, sind sie in den Westen abgewandert, haben sie aus eigenem Antrieb aufgegeben oder wurden sie gegen ihren Willen fusioniert? Dahinter steht die grundsätzliche Frage, mit welchen Mitteln und Methoden die SED-Führung im Bereich der Kulturwirtschaft agierte, wie sie geistige und wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Wege räumte, um für die bevorzugten Firmen finanziell ertragreiche Monopolstellungen zu schaffen.
Christoph Links (geb. 1954 in Caputh bei Potsdam) ist Verleger, Publizist und Sachbuchautor. Nach einem Studium der Philosophie und Lateinamerikanistik arbeitete er zunächst als Redakteur und im Aufbau-Verlag. Im Dezember 1989 gründete er den Ch. Links Verlag, der sich auf Politik und Zeitgeschichte spezialisiert. Links promovierte zur Privatisierung der DDR-Verlage und engagiert sich seit vielen Jahren im Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie in verschiedenen Gremien zur Literatur- und Zeitgeschichte.
Moderation: Hans-Peter Lühr
9 € | 6 € mit gültigem Bibliotheksausweis
Kartenverkauf demnächst an der Service-Theke im Foyer 2. OG in der Zentralbibliothek und online über eventim
Kooperation mit: Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur