In der Reihe Neue Lyrik werden Nina Temann und Gregor Kunz mit ihren aktuellen Bänden vorgestellt. Das Debüt oh augen, eigene oper von Nina Temann eröffnet einen Wahrnehmungsraum, in dem die Natur ihre eigene Dynamik entfaltet. Die Lyrik des Dresdner Künstlers Gregor Kunz wird auch in seinem neuen Gedichtband Luftschiffhalde IV vom Bildnerischen her bestimmt.
Nina Temann, 1995 in Leipzig geboren, studierte Geographie in Wien und Halle sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Vor ihrem Debüt wurde sie bereits mit dem Klopstockpreis für junge Lyrik ausgezeichnet. Ihr Band oh augen, eigene oper eröffnet einen Wahrnehmungsraum, in dem die Natur ihre eigene Dynamik entfaltet. Die Texte verstehen sich als poetische Prozesse, in denen die Position der Betrachterin zugunsten eines sprachlichen Tastens und behutsamen Sich-Annäherns aufgehoben ist. Im besten Sinne wohnt ihrer Lyrik ein Fragen und Hinterfragen inne, als ständen wir mit der Dichterin erst am Anfang des Natur- und Welterlebens.
Gregor Kunz, geboren 1959 in Berlin, arbeitete in verschiedenen Berufen und schreibt seit vielen Jahren Gedichte und Essays. Zu seinen bildnerischen Arbeiten gehören vor allem Collagen, Montagen und Illustrationen. Gedichtbände und Collagen-Romane erschienen unter anderem bei Moloko Print.
So bestimmen sich auch seine Gedichte vom Bildnerischen her und es findet eine Durchdringung von Sprachbildern und Bildwelten statt. In dem Gedichtband Luftschiffhalde zeugen Kapitel wie »Tapete der Kindheit« von der Erinnerung an Herkunftsräume im Osten des Landes. Sie erzählen vom »Reich der Jägerzäune« und den »geteerten Hütten aus Pappe und Holz« und fangen Stimmungen in Friedrichshagen, Karlshorst oder im Elbtal ein. Die Lyrik von Gregor Kunz bildet einen Echoraum von Hölderlins Spätwerk über Trakl bis zu Inger Christensen – mit harten Brüchen zwischen gehobenem Stil und Umgangssprache.
Begrüßung: Prof. Dr. Wolfgang Holler, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
Grußwort: Prof. Dr. Manuel Frey, Direktor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Lesung und Gespräch: Gregor Kunz und Nina Temann
Moderation: Marcel Beyer
Eintritt frei
Veranstaltung der Sächsischen Akademie der Künste in Kooperation mit der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und dem Verlag Poetenladen Leipzig