Autorenfoto Anne Seidel, Bild von David Pinzer

Anne Seidel

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Anne Seidel, 1988 in Dresden geboren, studierte Sla­vistik und Ost­euro­päische Geschichte an der Uni­versität Gießen.

Seit 2011 hat sie verschiedene surreale und minimale Projekte in Dresden initiiert: Sound-Art-Installationen wie SOUND MEMORIES (Cynetart 2011) und SOLANGE, Lesungen mit Live-Field Recor­dings mit Stefan Senf, Jazz-Musikern wie Steffen Roth und Günther Heinz. Zuletzt eine Lesung mit experi­mentel­ler Orgel in der Martin-Luther-Kirche in Dresden mit Samuel Dobernecker und Falk Zakrzewski.

Im Frühjahr 2015 erschien ihr Band Chlebnikov weint (Reihe Neue Lyrik) im poetenladen Verlag. 2016 gehörte der Gedichtband zu den Lyrikempfehlungen der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und zu den besten Lyrikdebüts dieses Jahres im Haus für Poesie Berlin. 2020 erschien Chlebnikov weint in der französischen Übersetzung von Laurent Cassagnau als zweisprachige Ausgabe bei Editions Unes in Nizza unter dem Titel Khlebnikov pleure. Ihre Gedichte wurden außer ins Französische auch ins Englische, Makedonische und Türkische übersetzt und in nationalen und internationalen Anthologien veröffentlicht. Sie schreibt von Zeit zu Zeit in russischer Sprache und übersetzt auch aus dem Russischen. Lesungen führten sie unter anderem nach London, Istanbul und Struga.

Jayne-Ann Igel sagt über ihr Werk: »In einem gewissen Sinne wirken Anne Seidels Gedichte kryptisch. In ihrem assoziativen Verfahren gleichen Worte Schlaglichtern, die punktuell eine Szenerie erhellen oder aufscheinen lassen, osteuropäisch anmutende Kultur- und Stadtlandschaften etwa, wie es zum Beispiel in dem bei aller Reduktion wunderbar atmosphärischen Gedicht Sankt Petersburg zu beobachten ist.«

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Sankt Petersburg in: Weltbetrachter – Neue Lyrik (Eine Anthologie aus Sachsen). Hrsg. von Róža Domašcyna und Axel Helbig. Poetenladen Verlag, Leipzig 2020.
  • Die verlaufende Distanz. Gedichte in: Poetin Literaturmagazin Nr. 26. Hrsg. von Andreas Heidtmann. Leipzig 2019.
  • Komitas and Dane Zajc in Minsk. 7 Poems in: Who is Who – Poetry from five Continents. In: 57th Struga Poetry Evenings, International Poetry Festival Macedonia. Festival Anthology, Struga 2018.
  • The genuine is unintentional in: 10th International Istanbul Poetry and Literature Festival. Festival Anthology, Istanbul 2017.
  • Hygiene der Angst in: All dies hier, Majestät, ist deins – Lyrik im Anthropozän. Anthologie Hrsg. v. Daniela Seel u. Anja Bayer. Kookbooks Verlag, Berlin 2016 (Reihe Lyrik Bd. 48).
  • Chlebnikov weint. Gedichte. Reihe Neue Lyrik – Band 9. Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Hrsg. von Jayne-Ann Igel, Jan Kuhlbrodt und Ralph Lindner. Poetenladen Verlag, Leipzig 2015.
  • Außerdem dazu erschienen von Laurent Cassagnau: kostbar ist uns nur der augenblick des erkennens – Une introduction à la lecture de »Chlebnikov weint« (2015) d’Anne Seidel. In: Germanica 64 (2019), p. 101-114. (siehe auch lyrikline.org)
  • Sankt Petersburg in: Verspätete Nachrichten. Literarische Alphabete Heft 2. Mit Gedichten von Mary Jo Bang, Patrick Beck, Volker Sielaff, Oleg Jurjew, Anne Seidel und Undine Materni. Hrsg. von Volker Sielaff. Widukind-Presse, Dresden 2013.