Elsa Aids, Foto: Elsa Aids
Tereza Bíinova, Foto: Antonín Bína
Róža Domašcyna, Foto: Hanka Šěnec
Nadja Küchenmeister, Foto: Dirk Skiba 2020
Marion Poschmann, Foto: Frank Maedler
Yveta Shanfeldová, Foto: Ira Shanfeld
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Samstag, 07.11.2026
19:00

16. Dresdner Lyrikpreis: Finallesung

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Alle zwei Jahre vergibt die Landeshauptstadt den deutsch-tschechischen Dresdner Lyrikpreis. Heute Abend stellen sich die sechs Finalisten der Fachjury und dem Dresdner Publikum. Nominiert sind Elsa Aids, Tereza Bínová, Róža Domašcyna, Nadja Küchenmeister, Marion Poschmann und Yveta Shanfeldová.

 

Die Nominierten

Elsa Aids
ist ein tschechischer Autor, der unter Pseudonym schreibt. In der ersten Hälfte der 1980er Jahre geboren, lebt er überwiegend in Prag. Er veröffentlichte die Gedichtsammlungen
»Trojjediný prst« (2011), »Nenávist« (2014), »Kniha omezení« (2017) und »Lazarská v zimě a jiné básně« (2023) sowie den Prosaband »Přípravy na všechno« (2020, dt. »Vorbereiten auf
alles«, parasitenpresse, 2024), der sowohl für den tschechischen Hörfunk als auch für das Theater adaptiert wurde.

Tereza Bínová
*1990, arbeitet als Psychologin. Sie hat bisher vier Gedichtbände veröffentlicht. Im Jahr 2014 erschien ihr erster Gedichtband »Souborná zkouška«. Zuletzt veröffentlichte
sie den Band »Červený obr«, der 2024 mit dem Preis Magnesia Litera ausgezeichnet wurde. Nebenbei arbeitet sie im Familienverlag Dobrý důvod.

Róža Domašcyna
*1951 in Zerna bei Kamenz, lebt in Bautzen. Schreibt Lyrik, Essays, Dramatik und Rezensionen, ist auch Herausgeberin und Nachdichterin. Ihr erster Gedichtband erschien 1990. Zuletzt »Unterm weißleinenen tuch« (Domowina-Verlag, 2026), »stimmen aus der unterbühne« (Poetenladen Verlag, 2020) und Poesiealbum 354 (Märkischer Verlag, 2020).

Nadja Küchenmeister
*1981 in Berlin. Sie ist freiberufliche Schriftstellerin und arbeitet u. a. für den Rundfunk als Hörspiel- und Feature-Autorin. Lehrte am Deutschen Literaturinstitut
in Leipzig sowie an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Mondseer Lyrikpreis und dem Basler Lyrikpreis. Im Verlag Schöffling & Co. erschienen ihre Gedichtbände »Alle Lichter« (2010), »Unter dem Wacholder« (2014), »Im Glasberg« (2020), »Der Große Wagen« (2025). Im Jahr 2022, gemeinsam mit Matthias Kniep, Herausgeberin des
»Jahrbuch der Lyrik«.

Marion Poschmann
*1969 in Essen, lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie schreibt Lyrik, Prosa und Essays und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Peter-Huchel-Preis für
deutschsprachige Lyrik 2011, den ersten Deutschen Preis für Nature Writing 2017 und den Joseph-Breitbach-Preis 2023 für ihr Gesamtwerk. Zuletzt erschienen der Roman »Chor der Erinnyen« (2023) sowie die Verslegende »Die Winterschwimmerin« (2025), beide im Suhrkamp Verlag.

Yveta Tausingerová Shanfeldová
*1957 in Prag. Sie veröffentlichte die Lyrikbände »Noční krční hřídel« (Host, 2006), »Místo nedělí« (MaPa 2008), »Nahmatávání dna« (Dalibor Malina,
2012), »Máme to ještě lehké, jak jednou bude jasné« (dybbuk, 2017), »Skromná místa nespaní« (dybbuk, 2020), »Výstava posedlostí« (Odeon, 2024) und den Roman »Americký román«
(2020). Zusammen mit dem Dichter und Übersetzer Milan Děžinský übersetzte sie eine Auswahl aus dem Werk der amerikanischen Dichterin Sharon Olds mit dem Titel »Papežův penis a
jiné básně« (Host, 2014). Ihre Gedichte wurden u. a. ins Deutsche, Polnische und Italienische übersetzt.

 

Die Jury

Uwe Kolbe
*1957. Lyriker, Prosaautor und Übersetzer. Seine ersten Gedichtbände erschienen ab 1980 im Aufbau-Verlag Berlin und Weimar. Bis zu seiner Übersiedlung in die BRD 1987 war er Mitherausgeber der Samisdat-Zeitschrift »Mikado«. Von 1997 bis 2004 war er Leiter des Studio Literatur und Theater der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Zuletzt erschienen u. a. »Das Revier des Wolfgang Hilbig« (2024) sowie die Lyrikbände »Das Alter der Elbe« (2026), »Imago« (2020), »Psalmen« (2017) und der Essay »Brecht. Rollenmodell eines Dichters« (2016). Für sein literarisches Werk erhielt er mehrere Auszeichnungen, u. a. den Friedrich-Hölderlin-Preis (1993), den Lyrikpreis Meran (2012), den Heinrich-Mann-Preis (2012) und den Klopstockpreis
für neue Literatur (2016).

Radek Malý
*1977. Schriftsteller, Übersetzer und Literaturwissenschaftler. Malý schreibt vor allem lyrische Texte und Kinderbücher, doch auch Dramen gehören zu seinem literarischen Schaffen. Als Übersetzer hat Malý unter anderem Gedichte von Erich Kästner, Georg Trakl und Paul Celan sowie Goethes »Faust« ins Tschechische übertragen. Er erhielt für sein Werk zahlreiche Auszeichnungen, wie den Jiří-Orten-Preis (2003), den Magnesia Litera (2006, 2012) und den Tomáš-Hrách-Preis für Übersetzung (2007). Radek Malý unterrichtet an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität in Prag.

Katharina Schultens
ist Dichterin, seit 2004 veröffentlicht sie Lyrikbände und Essays. Sie arbeitete viele Jahre als Wissenschaftsmanagerin und leitet seit 2022 das Berliner Haus für Poesie. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Spycher: Literaturpreis Leuk (2015) und dem Basler Lyrikpreis (2019). Sie ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

Jitka Bret Srbová
*1976. Dichterin, Lyrikerin, Redakteurin und Literaturjournalistin. Unter dem Namen Jitka N. Srbová hat sie vier Gedichtbände beim Dauphin Verlag veröffentlicht. Eine fünfte Sammlung mit dem Titel »Přímluva za malé věci« ist 2025 bei Host erschienen. Ihre Gedichte wurden in mehrere europäische Sprachen übersetzt und in zahlreiche, auch internationale Anthologien
aufgenommen. Eine Auswahl aus der Sammlung »Svět:« wurde unter dem Titel »Rate, wie es ausgeht« (übersetzt von Lena Dorn) 2021 auf Deutsch veröffentlicht. Sie lebt in Hořovice.

Alžběta Stančáková
*1992. Dichterin, Schriftstellerin, Publizistin und Literaturwissenschaftlerin. Für ihr Debüt »Co s tím« (2014) erhielt sie den Jiří-Orten-Preis, für ihr zweites Buch »Чачак« (2022) wurde sie für den Preis Magnesia Litera nominiert. Im selben Jahr war sie eine der Finalisten des Dresdner Lyrikpreises. Ihre Lyrik, Prosa und journalistischen Texte wurden in mehreren Sprachen veröffentlicht. Auf Deutsch sind Gedichte und Prosa in der Literaturzeitschrift »Ostragehege« sowie in der Anthologie »Die letzte Metro: Junge Literatur aus Tschechien« erschienen. Sie
arbeitet für die Kulturredaktion des Tschechischen Fernsehens.

Jan Wagner
*1971. Schriftsteller, Übersetzer, Essayist und Kritiker. Sein erster Gedichtband »Probebohrung im Himmel« erschien 2001 im Berlin Verlag. Es folgten mehrere Gedichtbände, darunter
»Achtzehn Pasteten« (2007), »Australien« (2010) und »Die Live Butterfly Show« (2018). Mit seinem Band »Regentonnenvariationen« (2014) wurde erstmals ein Lyriktitel mit dem Preis der
Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2019 gab er zusammen mit Federico Italiano »Grand Tour« heraus, ein Gedichtband, der junge Lyrik Europas versammelt. Zuletzt erschien »Steine & Erden« (2023). Jan Wagner erhielt für sein Werk mehrere Auszeichnungen, wie den Anna-Seghers-Preis (2004) und den Georg-Büchner-Preis (2017). 2022 wurde Wagner die Ehrendoktorwürde an der Universität Bielefeld verliehen. Er ist seit 2010 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

 

 

Zur Veranstaltung erscheint eine zweisprachige Anthologie mit ausgewählten Gedichten der Finalisten und den Übersetzungen, die anläßlich des Wettbewerbs angefertigt wurden. Der Band erscheint bei edition AZUR (Verlag Voland & Quist, Berlin/Dresden) in Kooperation mit Protimluv Ostrava, 2026, 96 Seiten, 12 €.

Eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Dresden und des Erich Kästner Hauses für Literatur in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Literaturzentrum (Czech Literary Centre).  Mit freundlicher Unterstützung durch die Euroregion Elbe/Labe, Hellerau. Europäisches Zentrum der Künste, Tvar und Asociace spisovatelů.