Olga Martinova, Bild: Hasan Hüseyin Güneş/Kulturakademie Tarabya
Mittwoch, 30.09.2026
18:30

Fokus Olga Martynova III – Prosa

»Der Engelherd«

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Die Dresdner Stadtschreiberin Olga Martynova ist ein Phänomen. Sie schreibt Romane, Gedichte, Essays, Rezensionen, ist als Übersetzerin und Herausgeberin tätig. Und sie setzt in allen Bereichen hohe Standards. Ihre Romane Sogar Papageien überleben uns (2010, für den Deutschen Buchpreis nominiert), Mörikes Schlüsselbein (2013, Auszug: Ingeborg-Bachmann-Preis 2012, für den ganzen Roman: Berliner Literaturpreis 2015) und Der Engelherd (2016, u. a. gewürdigt mit dem Rompreis Villa Massimo) sind literarische Erlebniswelten, die jeden Leser, der zu diesen Romanen greift, beglücken werden.

Als Bestandteil der Veranstaltungsreihe »Fokus Olga Martynova« wird Olga Martynova in der Stadtteilbibliothek Dresden-Plauen ihren Roman Der Engelherd näher vorstellen.

Der Roman ist anspruchsvoll konstruiert – mit drei Erzählebenen – Olga Martynova führt dabei »mit federleichter Hand an existenzielle Abgründe«, wie eine Kritikerin sagt. Einerseits geht es um die Liebe zwischen dem älteren Schriftsteller Caspar Waidegger und der jungen Literaturwissenschaftlerin Laura, die über ihn ihre Doktorarbeit schreibt. Es geht um die Frage, wie frei oder gefangen wir sind. Auch geht es um Waideggers behinderte Tochter. Um Familie und Verantwortung also und die Frage, was normal ist und was verrückt. Es geht aber auch um Vergangenheit, die in die Gegenwart ragt. In einer zweiten Ebene kann der Leser die Entstehung eines Romans von Caspar Waidegger verfolgen. Darin geht es um eine Schauspielerin, deren geistig behinderte Tochter in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland von Euthanasie-Ärzten ermordet wird. Im dritten Erzählstrang geht es um Engel, die entsetzt auf die Grausamkeit der Menschen starren, die rätseln über unser Tun und uns nicht beschützen können.

Moderation: Michael Ernst

Die Texte von Olga Martynova liest ihr Sohn Daniel Jurjew.

Eintritt frei