Nicht nur die Tech-Oligarchen im Silicon Valley, auch die Bitcoin-Jünger fordern eine Disruption: eine Umwälzung des gegenwärtigen Finanzsystems mithilfe von Kryptowährungen, die etablierte Banken überflüssig machen soll. Ein offener Marktzugang für alle soll geschaffen und das Finanzwesen grundlegend dezentralisiert werden. So zumindest die Vision; die mit fast halluzinatorischer Qualität extremen Reichtums spielt und schnell zur Machtfiktion mutiert. Wir wollen an diesem Abend nicht nur fragen, ob Kryptowährungen ein tatsächlich emanzipatorisches Projekt darstellen, sondern inwiefern der Kult um den Bitcoin sich aus libertär-konservativen Männlichkeitsidealen speist. Und ist am Ende vielleicht weniger Risikobereitschaft die Antriebsfeder als Unsicherheit angesichts globaler (Finanz-)Krisen?
Mit: Juan S. Guse, geboren 1989, ist Soziologe und Autor. Seine Romane Lärm und Wälder (2015) und Miami Punk (2019) erschienen bei S. Fischer. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. 2025 erschien das Buch Tausendmal so viel Geld wie jetzt. Für das Buch hat er sich ein Jahr lang mit normalen Männern getroffen, die mit Kryptowährungen reich geworden sind.
Moderation: Carolin Wiedemann, Journalistin und Soziologin, schreibt u.a. für die FAZ und Die Zeit über Geschlechterverhältnisse, rechte Mobilisierungen und digitalen Kapitalismus. Seit September 2025 ist sie Teil der Chefredaktion des Missy Magazins.
5 € | 3 €
VVK online und an der Museumskasse, Restkarten an der Abendkasse
Im Rahmen der Reihe »Männlichkeit.Macht.USA – über tech bro$ und boys clubs«
Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung