Natascha Wodin, Foto: Heike Huslage-Koch
Freitag, 18.11.2022
19:30

Natascha Wodin »Sie kam aus Mariupol«

Ein Abend mit der Schriftstellerin und mit Mitgliedern der Dresdner Philharmonie

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Die Stadt Mariupol am Schwarzen Meer ist spätestens seit den Ereignissen im Frühjahr ein Inbegriff für die Zerstörungen im Ukraine-Krieg. Als Natascha Wodins Buch 2017 erschien, war die Krim bereits von Putin annektiert. Dennoch war für viele unvorstellbar, dass sich manche Ereignisse in so beängstigender Weise durch den Angriffskrieg auf die Ukraine wiederholen würden. Natascha Wodin liest aus Sie kam aus Mariupol, ihrer bewegenden Schilderung eigener Recherchen nach der Herkunft ihrer Familie. Diktatur, Krieg, Vertreibung, Zwangsarbeit – Natascha Wodins Schicksal steht für das von Millionen von Menschen im 20. Jahrhundert. Es steht auch für die Suche nach Trost und Halt, für Natascha Wodin war und ist es die Musik. Sie hat Werke von Gluck und Tschaikowski sowie ukrainische Lieder ausgewählt, die im Rahmen der Lesung von Musikerinnen und Musikern der Dresdner Philharmonie gespielt werden.

Natascha Wodin, 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren, wuchs erst in deutschen DP-Lagern, Einrichtungen zur vorübergehenden Unterbringung von Displaced Persons (DPs) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, und nach dem frühen Tod der Mutter in einem katholischen Mädchenheim auf. Für ihre Romane wurde sie vielfach ausgezeichnet (u. a. 2022 mit dem Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk). 2017 erschien Sie kam aus Mariupol und 2022 wurde ihr Roman Nastjas Tränen veröffentlicht. Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg.

Moderation: Bettina Baltschev (Journalistin)

Musik: Werke von Gluck und Tschaikowski sowie ukrainische Lieder

Eine Veranstaltung in der Literaturreihe »Stimmen aus Osteuropa: Wie Kriege Biografien verändern« in Kooperation mit den Städtischen Bibliotheken Dresden und der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen