Freitag, 19.09.2025
19:00

Sinn und Form – Eine Zeitschrift im Wandel der Zeiten

Mit Sebastian Kleinschmidt, Christian Lehnert und Friedrich Dieckmann

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Das hohe sprachliche Niveau und die thematische Vielseitigkeit dieser 1949 gegründeten »Beiträge zur Literatur«, die neben lyrischen und erzählerischen Texten einer breitgefächerten Essayistik Raum gaben, sicherten ihr schon in der DDR einen über das Land hinausgehenden Leserkreis, der sich nach 1990 noch einmal spezifisch erweiterte. Sebastian Kleinschmidt war Redakteur in den achtziger Jahren und Chefredakteur bis zum Jahre 2013, er steuerte die von der Akademie der Künste herausgegebene Zeitschrift durch Krisen ganz verschiedener und doch im Kern verwandter Natur; die Freiheit, die sich die Zeitschrift bei der Auswahl von Texten nahm, rieb sich immer wieder an dem, was man die konsensuellen Interessen nennen könnte. Wer neue Denkwege aufzeigt, wird leicht Anstoß erregen – worin bestehen die Reibungsflächen heute? Wie reagiert eine Literaturzeitschrift auf die Alarmzeichen der Gegenwart? Texte zahlreicher mit Sachsen verbundener Autoren sind in der Zeitschrift zuerst erschienen, und bis heute ist sie ein Forum von Autoren vieler Generationen, das in den Zeiten medialen Wandels und verkürzter Aufmerksamkeiten das geistige Interesse aufrechterhält, das das Wesen von Literatur ist. So hilft sie den Treibstoff formen, der die Gesellschaft zum Bewußtsein ihrer selbst bringt.

Begrüßung: Wolfgang Holler, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste

Im Gespräch:
Sebastian Kleinschmidt, Redakteur bei Sinn und Form 1984‒1991, Chefredakteur 1991‒2013
Christian Lehnert, Schriftsteller und Theologe
Friedrich Dieckmann, Schriftsteller und Publizist