Der polnische Priester und Philosoph Józef Tischner veröffentlichte 1982 sein wirkmächtiges Buch »Ethik der Solidarität«. Tischner entwickelte darin das dialogische Prinzip solidarischen Handelns. Tischners Ethik, ein epochales Werk, hatte Einfluss auf die Entstehung der Gewerkschaft Solidarność und das neue Europa. In seinem Werk wird die Arbeit des Menschen als grundsätzlich dialogisch beschrieben. Solidarität begründet den Weg zur Freiheit des Menschen.
Anhand der drei Schlüsselbegriffe ,»Arbeit«, »Gegner« und »Revolution« gelangen wir in die Gedankenwelt eines polnischen Philosophen und Priesters, der in der hoch angespannten Lage Polens in der Solidarność in den achtziger Jahren wirkte. In diesem Zusammenhang wäre auch die Verhängung des Kriegsrechts und die
Ermordung des Priesters Jerzy Popieluszko 1984 zu erwähnen. Im Spannungsfeld zwischen sowjetisch-kommunistischer Dominanz, einem Arbeiterführer mit einem
Marienbild am Revers, der freien Gewerkschaft Solidarność und einem polnischen Papst wird das Ringen um eine gerechtere Gesellschaft sichtbar – und zugleich das Bemühen, nicht zu sehr zu polarisieren, sondem eine offene zukunftsfähige Gesellschaft anzustreben.
Begrüßung: Wolfgang Holler, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
Moderation: Pfr. Stephan Bickhardt, Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen
Referenten:
Bernd Karwen, Slawist, Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig
Prof. Dr. Marek Zybura, Germanist, Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste
Dr. Enrico Sperfeld, Philosoph
PD Dr. habil. Paulina Gulińska-Jurgiel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Teilnahme auf Anmeldung. Bitte nutzen Sie dazu diesen Link.
Veranstaltung der Evangelischen Akademie Sachsen und dem Polnischen Institut Berlin- Filiale Leipzig in Kooperation mit der Sächsischen Akademie der Künste