Róža Domašcyna liest aus »stimmen aus der unterbühne« beim Buchsalon des Sächsischen Literaturrates, aufgenommen im Garten der Villa Augustin
28.01.2021
Juliane Rehnolt

Abgenagte Worte

Zu Róža Domašcynas »stimmen aus der unterbühne«

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Die preisgekrönte Dichterin, Herausgeberin und Übersetzerin Róža Domašcyna hat einen neuen Band mit über 70 Gedichten und kleinerer Prosa veröffentlicht. stimmen aus der unterbühne überzeugt mit feiner Sprache sowie unverbrauchten Worten und Bildern.

Programmatisch bündelt Kerne in der schachtel die permanente präzise und harte Arbeit an und mit Sprache: »jedes wort hab ich bis auf den kern abgenagt / die kerne anschließend ausgespuckt«. Die »wortkerne« sammelt das lyrische Ich in einer Schachtel, vielleicht einem Schatzkästchen. Dort verwandeln sie sich beim Gebrauch in »kernworte« und können zum Klingen gebracht werden. Der Dichtungsprozess erweist sich keineswegs als unproblematisch. Berührend schildert das Ich ein ignorantes, feindseliges und spottendes Umfeld. Die Dichterkraft aber setzt sich durch und am Ende steht ein Kunstwerk, das Sprache bewahrt und produktiv macht. Zugleich schlägt sie mit diesem Gedicht eine Brücke zum gleichnamigen, hier leicht modifizierten Text aus dem sorbischsprachigen Band W času zeza časa (Bautzen: Domowina-Verlag 2019).

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Dr. Juliane Rehnolt ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Slavistik der TU Dresden (Professur für Westslavische Literatur- und Kulturwissenschaft).