Ob Heinrich der Erlauchte je in Stolpen gewesen ist? Der markante Basaltberg lag im Grenzbereich der Markgrafschaft Meißen zur Oberlausitz (damals: Milzenerland oder Land Budissin); gleichzeitig kreuzten sich in diesem Gebiet wichtige Fernhandelswege. Erste unsichere Nachrichten über die Befestigung dieser Erhebung sind um 1100 verzeichnet. Sabine Ebert als Chronistin ex post wird dazu sicher das eine oder andere zu sagen haben, denn Markgraf Heinrich III. (1215–1288) spielt in ihrer neuen Romanreihe Der Silberbaum eine zentrale Rolle als »vielleicht strahlendster Fürst seiner Zeit«.
Die Lesung mit Sabine Ebert bildet am 27. September den Abschluss eines langen Literaturnachmittags in der Burgstadt. Bereits zum zehnten Mal heißt es »Stolpener lesen für Stolpener« – und natürlich für ihre Gäste. Los geht es um 15 Uhr im Alten Amtsgericht mit dem großen Lesewettbewerb der Grundschulen aus Stolpen und Langenwolmsdorf, wo die besten Vorleserinnen und Vorleser ihr Können zeigen. Danach ziehen sich die Geschichten wie ein literarisches Band durch die Stadt: Viele Häuser und Geschäfte rund um den Marktplatz öffnen ihre Türen und werden zur literarischen Bühne. Händler und Handwerker, Gastronomen und Rathausmitarbeiter, Lehrer und Ärzte – alle schlagen ihre Lieblingsbücher auf und tragen Stellen, Abschnitte und Kapitel daraus in den Geschäften rund um den Marktplatz vor. Die Spannbreite dabei ist beachtlich und reicht traditionell vom Liebesroman und sächsischer Geschichte über Erziehungsratgeber und Fußballanekdoten bis hin zum Witzebuch.
In der Kornkammer auf der Burg lesen ab 17 Uhr Autorinnen und Autoren eigene Texte. Um 19.30 Uhr findet dort auch das Finale statt: Im Gespräch mit Peter Ufer erzählt Sabine Ebert von den Mühen und Freuden des Schreibens und liest aus dem Silberbaum. Dazu gibt es Musik mit dem Gitarristen Frank Fröhlich und – da der Mensch nicht nur vom Wort allein lebt – anschließend einen gemütlichen Ausklang bei Speis und Trank im Burghof.
Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei.