Autorenfoto Artur Becker, Bild von Juergen Bauer
Dienstag, 28.10.2025
19:00

Artur Becker »Aufzeichnungen eines Kosmopolen«

In der Reihe »Sprachen machen Leute«

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Am Ufer des Gehlandsees steht das Erholungszentrum Rusałka – ein Ort voller Sehnsüchte, Ängste und Mythen. Hier herrscht Albrecht Butcher, ein Mann, den alle fürchten und den doch niemand aufhält. Man sagt, er habe Menschen im Wald verschwinden lassen und dass selbst Blitze ihn nicht töten können. Aber wer ist er wirklich – ein Tyrann, ein Geschäftsmann oder nur ein Kind seiner Zeit?

In fünfzehn Erzählungen führt Artur Becker durch eine Welt zwischen Masuren und Deutschland, Vergangenheit und Gegenwart, Heimat und Exil. Er erzählt von Näherinnen, die Urlaub machen und von einem besseren Leben träumen, von einem Sohn, der in Zeiten des Umbruchs zu seiner sterbenden Mutter reist, von verlorenen Liebenden, gestrandeten Existenzen und einem Sozialismus, der sich selbst nicht mehr tragen kann. Mit Blick für das Tragische und das Absurde erzählt Becker von Schuld und Verdrängung, von Aufbruch und Verlust – und fragt, wo wir wirklich zu Hause sind.

Artur Becker liest eine Auswahl aus dem Erzählband Von Barschen, Augustäpfeln und anderen Menschen und essayistische Betrachtungen aus Schwarze Servietten auf meinem Herzen. Aus den Leben der Kosmopolen.

Artur Becker, geboren 1968 als Artur Bekier im polnischen Bartoszyce, lebt seit 1985 in Deutschland, nun Frankfurt – und in Venedig. Er veröffentlichte mehr als 20 Bücher: Romane, Gedichte, Erzählungen, Essays und übersetzt aus dem Polnischen. Zuletzt erschienen der Roman Drang nach Osten (weissbooks, 2019), ausgezeichnet mit dem japanischen Kakehashi-Literaturpreis, der Lyrikband Hinter den Säulen des Herakles (Parasitenpresse, 2023) und die Übersetzung von Tadeusz Borowskis Erzählungen Willkommen in Auschwitz.

8 € | 5 €

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, der Thalia Buchhandlung »Haus des Buches« sowie dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden / Ausstellung »Freiheit. Eine unvollendete Geschichte« statt.