Nora Bossong, Bild: Suhrkamp Verlag
Autor Volker Sielaff fragt, Bild: privat
/ 2
12.10.2020
Volker Sielaff

DIE FÜNF. Fragen an Nora Bossong

Zurück

Aristoteles unterschied fünf Sinne des Menschen: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tastsinn.

Nach taoistischer Tradition gibt es fünf Elemente: Wasser, Feuer, Erde, Holz, Metall.

Die Fünf ist auch die Zahl der Liebe.

Der Autor Volker Sielaff findet: Grund genug, Schriftstellerinnen und Schriftstellern fünf Fragen zu stellen und sie um grundlegende wie sinnlich-sinnige Antworten zu bitten.

Worüber haben Sie zuletzt gestaunt?

Über die Dichtung von Adam Zagajewski.

Worüber waren Sie zuletzt zornig?

Über schiefe historische Vergleiche und allzu aggressive Debattenbeiträge.

Welcher Ort inspiriert Sie?

Fremde Orte, deren Regeln ich noch nicht verstehe.

In welche Zeit würden Sie sich mit einer Zeitmaschine befördern lassen?

Früher wollte ich unbedingt in die 1960er Jahre reisen, um ein Konzert der Beatles besuchen zu können. Mittlerweile liegt mir mehr daran zu verstehen, in welcher Zeit wir jetzt gerade leben.

Welche historische Person würden Sie gern für eine ausgedehnte Berg- bzw. Strandwanderung treffen?

Keine von den großen Berühmtheiten, lieber mit einer ganz normalen Frau am Vorabend der französischen Revolution einen Strand irgendwo in der Normandie entlanggehen.

In Folge 4 lasen Sie: Artur Becker

 

Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, schreibt Lyrik, Romane und Essays, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem soeben mit dem Joseph-Breitbach-Preis. Zuletzt erschienen im Hanser Verlag ihr Roman »36,9°« (2015) und ihre Reportage »Rotlicht« (2017) sowie im Suhrkamp Verlag der Gedichtband »Kreuzzug mit Hund« (2018) und der Roman »Schutzzone« (2019). Nora Bossong lebt in Berlin.

Volker Sielaff lebt als Autor und Publizist in Dresden und ist Mitorganisator des Festivals für Zeitgenössische Literatur »Literatur Jetzt!«. Mehrere Gedichtbände und ein Journal liegen vor. Soeben erschien im Verlag Voland & Quist / Edition Azur sein neues Buch »Barfuß vor Penelope«.