Raschid Daniel Sidgi (Bild: MDR Tweens)
Bild: MDR Tweens
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09.09.2025
LiteraTOUR Sachsen

Mit Miesepups und Fahrradladen

LiteraturFETZT! – »die kurze Pause im hektischen Treiben«

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Der Sonntag gehört den Kindern! In nun inzwischen schon mehrjähriger Tradition organisiert Maike Beier das Kinderfestival LiteraturFETZT am letzten Tag des Literaturfestivals LiteraturJETZT! Dieses Jahr lädt sie Raschid Daniel Sidgi zu einer LiveHörspiel-Lesung – und der hat nicht nur Musik und Mikrofon, sondern auch Schnurren und klapprige Räder dabei …

Mit Fahrradklingel und Banjosounds kommt Figarino in die Ohren gebraust. Seit 15 Jahren führt er mit seinem Kater einen Fahrradladen und bewältigt seinen Alltag mit fantasievollen Einfällen – und manchmal kuriosen Überraschungspaketen! Produziert werden die Abenteuer zwischen Werkstatt und Nachbarschaft von MDR Tweens (früher MDR Kultur), nun schon 15 Jahre lang.

Rashid, du liebst es, Geschichten zu erzählen. Warum findest du sind literarisch-sprachliche Angebote vor allem für Kinder wichtig?

Das Erzählen von Geschichten finde ich tatsächlich nicht nur für Kinder wichtig, auch Erwachsene brauchen das. Es ist für mich Lachen, Lernen, Nachdenken … Also quasi ein sozialer Raum, in dem das Vermögen, sich einzufühlen, trainiert wird – und das brauchen wir alle. Davon abgesehen, ist das Geschichten erzählen und auch anhören eine der ältesten kulturellen Traditionen, also irgendwie Teil des Menschseins … Jetzt hab ich den Stein ganz schön weit geworfen!

Wie steht es mit der Fantasie?

Der Umgang mit der Welt passiert spielerisch. Man durchlebt Gefühle … Das ist nicht nur ziemlich cool, sondern auch ziemlich wichtig.  Es stimmt: Bei der Entwicklung von Kindern spielt das Geschichten erzählen eine besondere Rolle.

Warum Hörspiele?

Gerade in unserer medial aufgeladenen Welt, in der wir alle von Bildern umspült sind, finde ich es toll, mit Hörspielen eine andere Wahrnehmung anzusprechen. Da entstehen die Bilder ja für jeden ganz persönlich im Kopf! Für mich fühlen sich Hörspiele manchmal wie eine kurze Pause im hektischen Treiben unserer Zeit an – obwohl Hörspiele zu hören ja auch Medienkonsum ist …

Ich bin selbst mit Hörspielen aufgewachsen, für mich gehören sie in jeden Haushalt. Und wahrscheinlich mache ich deshalb wahnsinnig gern welche und höre sie auch wahnsinnig gern.

Wie wichtig ist der Kontakt mit dem Publikum dabei?

Als Schauspieler bin ich natürlich an Publikum gewöhnt, aber ich genieße es jedes Mal wieder, zu erzählen, wenn Leute zuschauen. Diese Momente von direkter Reaktion, von gemeinsamer Spannung oder gemeinsamem Gelächter sind sehr besonders für mich. Es ist wie ein Auffüllen von Lebensenergie oder so …

In eine Kamera oder ein Mikrophon zu sprechen ist da schon anders, man bekommt ja von denen, für die man es macht, nix mit. Also für mich muss es offenbar eine gute Mischung aus Bühne, Studio und Kamera sein. Dann geht’s mir gut!

 

Das Gespräch führte Maike Beier

 

Aus dem Festivalprogramm:

28.09. | 11 Uhr

Kirsten Fuchs liest »Der Miesepups fährt in die Stadt«

28.09. | 11.30 Uhr

Leslie Niemöller liest »Die Gurkentruppe«

28.09. | 12 Uhr

Kathrin Rohmann liest »Der Geräuschehändler«

28.09. | 12.30 Uhr

Jutta Nymphius liest »Ihr geht mir auf den Geist«

28.09. | 13 Uhr

Sarah Welk liest »FREI. Bester Sommer«

28.09. | 13.30 Uhr

Carl-Christian Elze liest »William und der Fliegenkönig«

28.09. | 14 Uhr

Franziska Biermann liest »Herr Fuchs mag Po-esie« und »Ruckzuck-Zeichenkurs – statt Nasebohren«

28.09. | 14.30 Uhr

Ina Hattenhauer präsentiert »Das verrückte ABC der Verben«

28.09. | 15.30 Uhr

Lisa Krusche liest »Wie der seltsamste Traum«

28.09. | 15.30 Uhr

Raschid Daniel Sidgi: Live-Hörspiel »Figarinos Fahrradladen«