Kein Hahn kräht nach uns

Sie haben sich lange nicht gesehen und einander nicht viel zu sagen. Von Anfang an herrscht eine angespannte Atmosphäre zwischen Vater und Tochter. Er besucht sie zum ersten Mal in dem Haus am Ortsrand, das sie mit ihrem Mann und…

Trauma mit Sprüngen

Kurt Vonneguts Roman Schlachthof 5, in dem er die schweren Bombenangriffe vom 13. und 14. Februar 1945 literarisch verarbeitet, ist Collage, Satire, Biografie, Science Fiction und alles zugleich: fragmentarisch-ausschnitthaft wandert die Romanerzählung durch unterschiedliche Zeitebenen und lässt persönliche Erfahrung und…

Sturm auf das Schloss!

Im Jahr 2018 war es, da traf ich auf der Leipziger Buchmesse Sabine Ebert zu einem »außergewöhnlichen« Interview. Warum das außergewöhnlich war? Für mich war das neu, die Autorin staunte über die die Art und Weise, wie ich mich daran versuchte.…

Vertrauen zwischen Trümmern

Am Ort der verschwundenen Jakobikirche, lese ich Auszüge aus Annemarie Reinhards erstem Roman Treibgut (1949), in dem sie das Schicksal zweier Flüchtlingskinder erzählt, die sich in den Nachkriegstagen 1945 allein durchschlagen müssen und auf ihrem abenteuerlichen Weg irgendwann Anschluss an…

Seitenblick: Lesen in Gärten und Kellern …

In den letzten Jahren hat sich das Lesefest weit über die Stadtgrenzen hinaus zu einem Magnet für Literaturfans entwickelt. Auch wenn es in diesem Jahr – aus bekannten Gründen – etwas kleiner ist, kann sich das Programm sehen lassen: Eröffnet…

Dresden: Hitze und Stagnation

Wer sie nicht kennt, muss das Nachwort zuerst lesen: Mary, Tochter einer Frauenrechtlerin und eines Philosophen, lebte jahrelang in wilder Ehe, bevor sie Percy Shelley wegen des Sorgerechts für sein Kind heiratete. Der konventionellen Gesellschaft waren sie in die Schweiz…

Die Lesebiografie: Sechs Bücher aus dem Regal von Juliane Moschell

Unsere Lektüre prägt unsere Persönlichkeit. In der Reihe »Die Lesebiografie« schreiben Menschen aus dem Kulturbetrieb über Bücher, die sie beeindruckt und geformt haben, und zeigen sechs Werke aus ihrem Regal, mit denen sie eine besondere Zeit ihres Lebens verbinden. Gute…

Sommer in Dresden – ein Gedicht!

Von Frühjahr bis Herbst 2009 war die Schriftstellerin Dorothea Dieckmann Stadtschreiberin in Dresden. Neben ihrem neuen Romanprojekt arbeitete die Autorin seinerzeit an einem »Dresden-Poem« – wie sie es bei der ersten Vorstellung des Werks selbstironisch nannte. Die Unsicherheit über den…

DIE FÜNF. Fragen an Joachim Sartorius

Aristoteles unterschied fünf Sinne des Menschen: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tastsinn. Nach taoistischer Tradition gibt es fünf Elemente: Wasser, Feuer, Erde, Holz, Metall. Die Fünf ist auch die Zahl der Liebe. Der Autor Volker Sielaff findet: Grund genug, Schriftstellerinnen und…

Kurzweilige Tänzchen

Vor einigen Wochen konnte ich die Findeisen-Bibliothek vervollständigen. Dazu später einmal mehr, hier soll es um ein kleines schmales Büchlein aus dem Jahre 1924 gehen. Es heißt Lockung des Lebens, aber weder Titel noch Titelbild lassen den Leser erahnen, dass…

Zeitlose Kindheitserinnerungen

Es ist wahrscheinlich eine der schönsten Liebeserklärungen an Dresden, die Erich Kästner (1899-1974) seiner Heimatstadt mit seiner Erzählung Als ich ein kleiner Junge war (1957) einst machte. zum vollständigen Artikel gelangen Sie auf elbmargarita.de  

Festplatten voller Gedanken

»Die glauben, weil man im digitalen Raum ohne Körper existiert, entfalte sich dort die Seele des Menschen. Und sie beten zum Speicher, den sie für ein Gefäß halten, ein Gefäß, das ihren Geist aufnimmt und bewahrt.« Teo wächst auf dem…

DIE FÜNF. Fragen an Kathy Zarnegin

Aristoteles unterschied fünf Sinne des Menschen: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tastsinn. Nach taoistischer Tradition gibt es fünf Elemente: Wasser, Feuer, Erde, Holz, Metall. Die Fünf ist auch die Zahl der Liebe. Der Autor Volker Sielaff findet: Grund genug, Schriftstellerinnen und…

Zeitgedanken zu Johanna Marie Lankau II

Ich habe bereits davon berichtet, dass mich ein Thema in dieser Zeit besonders beschäftigt, nämlich die Auseinandersetzung mit meinen Dresdner literarischen Ahnfrauen. Um diese Auseinandersetzung möglichst sinnlich und lebendig zu gestalten, habe ich insgesamt 9 Spaziergänge auf den Spuren der…

»Eigentlich hat alles mit Recherche zu tun«

Am 9. Juli tritt Franzobel sein Amt als Dresdner Stadtschreiber mit einer Lesung im Kulturpalast an. Geboren 1967 als Franz Stefan Griebl, lebt er als freier Autor in Wien. Bis 1991 war er bildender Künstler. Als Schriftsteller erhielt er zahlreiche…

Schräg, gemein und alles andere als politisch korrekt

Dieses Sommertheater hier hat nur für die teilnehmenden Kinder unter Obhut einer Schwester Agnes so etwas wie unbeschwerte Strandbesuche zu bieten. Deren für ihre Erziehung verantwortliche Erwachsenen haben anderes zu erledigen, in der hochherrschaftlichen Villa mit Strandblick hinter der Düne…

DIE FÜNF. Fragen an Katrin Schumacher

Aristoteles unterschied fünf Sinne des Menschen: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tastsinn. Nach taoistischer Tradition gibt es fünf Elemente: Wasser, Feuer, Erde, Holz, Metall. Die Fünf ist auch die Zahl der Liebe. Der Autor Volker Sielaff findet: Grund genug, Schriftstellerinnen und…

Holprige Ermittlungen

Ein merkwürdiger Mann überfällt Frauen in Dresden. Ein Radunfall, der sich zunächst als harmlos herausstellt, endet schließlich mit einem Toten. Und geheime Daten, die eine IT-Firma verwaltet, geben den Ermittlern Rätsel auf. Leicht haben es Kommissarin Lale Petersen und ihre…

Artur Becker erhält die Chamisso Poetikdozentur 2020

Eine Jury aus Vertretern der Sächsischen Akademie der Künste und des Vereins Bildung und Gesellschaft hat dem Schriftsteller Artur Becker die Chamisso Poetikdozentur 2020 zugesprochen. Mit der Chamisso-Poetikdozentur werden Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, die aus ihrer persönlichen Erfahrung eines Sprach- oder…

Wer liest, muss aufmerksam sein und bleiben

Am 17. Juni 2020 ist die argentinische Autorin María Cecilia Barbetta im Dresdner Stadtmuseum zu Gast. Sie liest aus ihrem Roman Nachtleuchten, für den sie mit dem Chamisso-Preis/Hellerau 2018 ausgezeichnet wurde. María Cecilia Barbetta wuchs auf in dem Einwandererviertel Ballester,…

26. Stadtschreiber*in für Dresden gesucht

Bis 31. Juli 2020 können sich deutschsprachige Autorinnen und Autoren um das Amt des Dresdner Stadtschreibers 2021 bewerben. Für das halbjährige Stipendium werden Bewerberinnen und Bewerber gesucht, die ihren Lebensmittelpunkt nicht in Dresden haben. Ausgeschrieben wird das Stipendium von der…

Roadtrip durch die Geschichte

Hannes, Igor und Stanislaw verschieben in den 90er Jahren geklaute Autos von Sachsen über Polen in die Ukraine. Was sie alle erlebt haben – in der DDR und nach der Wende, in Dresden, Leipzig und in Osteuropa –, hat sie…

Franzobel ist neuer Stadtschreiber

Eine unabhängige Jury wählte aus einer zweistelligen Anzahl qualitativ hochwertiger Bewerbungen den 25. Dresdner Stadtschreiber aus, der das Amt am 1. Juni 2020 antritt: der österreichische Autor und bildende Künstler Franzobel. Für ein halbes Jahr erhält er ein Stipendium und…

Bach als Sieger ohne Duell

Zugegeben: Der Name Johann Sebastian Bachs ist eher mit Leipzig, denn mit Dresden verbunden. Dass er dennoch auch das Dresdner Musikleben prägte, steht außer Frage. Der Autor Ralf Günther erinnert mit seinem neuen Buch Als Bach nach Dresden kam nun…

Neue Nachrichten aus der Anstalt?

Ausschreibung Schlafende Hunde VII – politische Lyrik In Zusammenarbeit mit dem Berliner Verlag am Park wird oben genanntes Anthologieprojekt zum siebenten Mal ausgeschrieben. Gesucht wird deutschsprachige politische Lyrik, wobei der Begriff des Politischen nicht allzu eng gefaßt wird. Der Sammelband…

Zeitgedanken zu 30 Jahren

Dieser Tage ist es eine zwiefache Lektüre, die mich besonders bewegt: Gerade habe ich das Buch Wir wollten ein anderes Land – Eine Familiengschichte aus der DDR von Uwe-Karsten Heye und Bärbel Dalichow (Droemer 2010) aus der Hand gelegt, in dem zwei unterschiedliche Stimmen zu Wort…

Stayhome – ein Bloggeralltag

#stayhome ist wohl derzeit einer der meist verwendeten Hashtags auf Instagram. Es folgen #staythefckhome, #stayathomereadabook und #wirbleibenzuhause. Richtig so, denn eine Zeit lang, gab es auch in Dresden eine Ausgangsbeschränkung. Bianca Steinhagen über ihre Gefühle zur Situation und die Dinge,…

Komm! Ins Offene

Komm! Ins Offene – Sächsische Autor*innen und Übersetzer*innen lesen und schreiben während der Corona-Krise Vor dem Hintergrund der massive Einkommensverluste von Autor*innen und Übersetzer*innen, die u.a. ihre aktuellen Neuerscheinungen derzeit nicht öffentlich präsentieren können, der notwendige Reduzierung von Projekten des…

Auf der Suche nach versteckten Imperativen

Poetry-Slammerin Kaddi Cutz ist Dresdner Stadtmeisterin. Blickt sie zurück in ihre Schulzeit, scheint es doch überraschend, dass sie mittlerweile auf Deutschlands Bühnen steht. Ihre Liebe zu knackigen Texten begann in einem Altenheim. Den vollständigen Beitrag lesen Sie auf dnn.de

Wir bleiben in Kontakt!

Im Erich Kästner Haus für Literatur steht der Betrieb niemals still, außer am Samstag. Die Arbeit in der Villa Augustin am Albertplatz geht trotz vorübergehend geschlossener Türen weiter, das virtuelle Haus wird ausgebaut. Auf verschiedenen Kanälen wird nun das Angebot…